Rezension: Morgen kommt ein neuer Himmel

Brett ist 34 als ihre geliebte Mutter stirbt. Brett macht sich darauf gefasst, neue Geschäftsführerin des Familienunternehmens zu werden. Doch bei der Testamentsverlesung muss Brett feststellen, dass ihre Mutter andere Pläne für die Tochter hatte. Brett soll die Liste ihrer Lebensziele abarbeiten, die sie mit 14 geschrieben hat. Jetzt muss Brett innerhalb von 12 Monaten nicht nur die wahre Liebe finden und ein Pferd kaufen, sondern auch ein Kind kriegen und sich mit ihrem Vater versöhnen. Puh…

Lori Nelson Spielmann wirft im Buch „Morgen kommt ein neuer Himmel“ Frage auf, ob wir als Erwachsene nicht manchmal die wirklich wichtigen Dinge aus den Augen verlieren. Viele von uns haben sich ihr Leben sicher auch einmal ganz anders vorgestellt. Die heutige Realität muss nicht immer schlechter sein als die damalige Vorstellung. Im Fall von Spielmanns Protagonistin Brett müssen wir jedoch im Verlaufe des Romans feststellen: Ihr Freund ist blöd, ihr Job erfüllt sie nicht und so richtig glücklich ist Brett nicht.

Bretts Mutter ist daher wie gesagt der Meinung, dass die Tochter ihr Leben ändern solle und trägt ihr auf, die jugendlichen Lebensziele zu erreichen. Widerwillig macht sich Brett an die Liste und nach anfänglichen Schwierigkeiten scheinen sich die Dinge zum Besseren zu wenden.  Anfangs konnte ich Brett verstehen. Es hat sich in ihrem Leben halt alles so ergeben. Brett lebt außerdem so, wie es andere von ihr erwarten. Aber das macht sie nicht glücklich, denn das alles – die minimalistische Wohnung, der Marketingjob – das ist sie nicht.

Was mich vom Ansatz her interessiert hat – nämlich die Frage, was uns wirklich im Leben glücklich macht – kommt dann leider mit fortschreitender Abarbeitung der Liste ein wenig kurz und Bretts Geschichte ist irgendwann eine beinahe tiefgründige Version eines Nicholas Sparks Romans. Es fügt sich alles wundersam. Pferd, Kind und Liebe. Die Botschaft von „Morgen kommt ein neuer Himmel“ ist sicher wichtig und richtig. Man sollte im Leben weniger darauf hören, was andere oder „die Gesellschaft“ von einem will und mehr nach den eigenen Wünschen handeln. Die Umsetzung davon war mir dann jedoch an einigen Stellen zu eindimensional. Ein gutes Beispiel dafür ist Bretts Freund. Er ist nie nett oder aufmerksam und einfach ein schlechter Kerl. Brett trennt sich dann ja auch von ihm um für die wahre Liebe frei zu sein. Aber warum zum Teufel war sie denn vorher mit dieser in keiner Weise positiv beschriebenen Person in einer Beziehung??? Ebenso seicht ist auch der Weg, auf dem Brett den Listenpunkt „Baby“ abhaken kann. Im Verlauf des Romans fiel es mir immer schwerer, den Weg der Protagonistin nachzuvollziehen und spätestens im letzten Viertel dachte ich nicht selten „Natürlich passiert jetzt noch xy… wie realistisch!“ Gut, Romane müssen nicht realistisch sein, denn sie sind ja Fiktion. Trotzdem hätte mich das Buch mehr berührt, wenn es sich nicht zum reinen Liebesroman ohne nennenswerte Schwierigkeiten entwickelt hätte.

Trotzdem lesen? Jein… Kann man am Strand oder an einem verregneten Wochenende mal machen, wenn man in der Stimmung für harmlose Feel-Good-Unterhaltung ist.

 

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