Revolution, Karibikfeeling und Flamingos – in Kubas schönem Zentrum

Ein Street Art Bild von Che Guevara

Da standen wir nun mit dem kleinen weißen Kia Picanto, einer Kuba Straßenkarte und null Ahnung. Wie wir es dennoch geschafft haben, aus Havanna rauszukommen, ist mir bis heute ein Rätsel. Ich vermute am Ende war es ca. 20% Zufall und 80% die Wegbeschreibung des netten Kubaners, den wir völlig verloren um Hilfe gebeten hatten. Ich bin mir ziemlich sicher, er dachte wir sind dumm wie Brot, als er seine Wegbeschreibung zum 20. Mal wiederholte. In slow motion und mit ausladender Gestik. Irgendwann und irgendwie sind wir dann doch auf der kubanischen Autobahn nach Osten gelandet. Hier findest du meine Tipps für Kuba!

Zugegeben, die ersten Kilometer auf der Autobahn waren etwas… gewöhnungsbedürftig. Außerhalb von Havanna wird diese nämlich auch gerne von Mopeds, Pferdekarren und Fußgängern benutzt – und das nicht immer nur in Fahrtrichtung. Tja, anderes Land, andere Regeln. Ich denke ja immer: Je mehr komische Sachen man im Reisealltag erlebt, desto abgehärteter ist man für die komischen Sachen, die dann doch mal aktiv bewältigt werden müssen. Für all diejenigen, die meinten Autofahren auf Kuba gehe GAR NICHT… im Regelfall waren die Straßen nicht schlechter als diese hier:

Ein Beispiel für eine kubanische Straße

Also, auf nach Santa Clara!

„Kubas Trendsetterin“ (Lonely Planet) begrüßte uns nicht nur mit einem abenteuerlichen System aus Einbahnstraßen, sondern auch mit einem kleinen Festival. Direkt um die Ecke von unserer Unterkunft am Parque Vidal führten verschiedene Gruppen Jugendlicher traditionelle Tänze und sonstige Performances auf. Wir haben den Jugendlichen sicher eine halbe Stunde zugeschaut. Es war schön, einfach eine normale Aktivität der Bewohner Santa Claras miterleben zu können. Sowieso präsentierte sich Santa Clara als sehr untouristische, authentische Stadt. Hier waren wir Besucher, aber die Stadt war – im Gegensatz zu Trinidad – nicht besonders für uns hergerichtet. Das hat mir an Santa Clara sehr gefallen.

Impressionen aus Santa Clara

Strassenfest in Santa Clara auf Kuba

Tipps Kuba: Hasta la victoria siempre!

Am nächsten Tag sind wir zum großen Che Guevara Denkmal/ Mausoleum/ Museum gelaufen. Der Platz mit der riesigen Bronzestatue und einer Abschrift von Che Guevaras Abschiedsbrief sind in jedem Fall beeindruckend. Im angrenzenden Museum wird die Lebensgeschichte des Guerilleros erzählt und man kann viele Alltagsgegenstände von „El Che“ anschauen. Ich fand es sehr interessant, den Komplex anzuschauen. Denn dadurch konnte ich auch einen Eindruck davon gewinnen, wie wichtig die Revolution und ihr markanter Held für die Kubaner waren. Wie sehr Che Guevara noch heute in Kuba verehrt wird, zeigen nicht zuletzt die diversen Wandbilder in fast jeder Stadt.

Denkmal für Che Guevara in Santa Clara Kuba

Wieso das Denkmal für „El Che“ hier steht? In Santa Clara brachte Che gemeinsam mit weiteren Revolutionären einen gepanzerten Waffenzug der Regierung zum Entgleisen – und errang damit den entscheidenden Sieg gegen das Batista-Regime. An der Stelle des Gefechts kann man heute ein kleines Museum besuchen. Dort steht neben einigen Waggons auch der Bulldozer, mit dem Che den Zug zum Entgleisen brachte.

Bulldozer mit dem Che Guevara einen Zug zum Entgleisen brachte

Ein Waggon am Che Guevara Denkmal in Santa Clara Kuba

Dschungel und Karibik – wo ist der Rum?

Von Santa Clara aus führte unser Weg über kurvenreiche Bergstraßen in das malerische Trinidad. Spätestens jetzt war ich super glücklich, dass wir allen Nörglern zum Trotz doch den Mietwagen genommen haben. So konnten wir nach Lust und Laune anhalten und die Aussicht genießen. Und die war wirklich wow!

Atemberaubende Aussicht auf der Fahrt von Santa Clara nach Trinidad auf Kuba

Trinidad wurde 1988 zum UNESCO Welterbe erklärt – was sich heute in einer recht hohen Zahl an Touristen bemerkbar macht. Es gibt jedoch genug bunte Häuschen, Straßen mit Kopfsteinpflaster und gemächliche Bewohner für alle. Von Trinidad aus haben wir nicht nur einen tollen Ausflug in den Nationalpark Topes de Collantes gemacht, sondern  auch an den wirklich traumhaft schönen Strand Playa Ancón. Ich glaube ich war so entspannt und überwältigt vom Karibik-Feeling, dass ich vergessen habe Fotos zu machen. Deshalb gibt es jetzt hier anstatt einer feschen Collage nur einen Link zu Tripadvisor… Dort findest du natürlich auch noch weitere Tipps zu Kuba.

Bunte Häuser in Trinidad auf Kuba

Malerische Altstadt von Trinidad auf Kuba

Welterbestätte Trinidad auf Kuba

Topes de Collantes Nationalpark, ganz rechts: ein Tocororo - der kubanische Nationalvogel (da er blau-weiß-rot ist)

Topes de Collantes Nationalpark, ganz rechts: ein Tocororo – der kubanische Nationalvogel (da er blau-weiß-rot ist)

Ein natürlicher Pool in Topes de Collantes.

Ein natürlicher Pool in Topes de Collantes. Super schön – und super kalt! Definitiv unter meinen Tipps Kuba!

Übernachtet haben wir übrigens in La Boca, einem winzigen Dorf direkt am Meer und etwas außerhalb von Trinidad. Auch wenn unser Casa Particulares Papa immer versucht hat uns relativ penetrant Zigarren anzudrehen, fand ich den Aufenthalt dort trotzdem toll. La Bocas Strand ist natürlich nicht vergleichbar mit Playa Ancón, aber trotzdem für einen entspannten Ausblick auf den Sonnenuntergang sehr schön.

Sonnenuntergang am Strand von La Boca auf Kuba

Das Paris von Kuba

Nach Trinidad ging die Reise weiter nach Cienfuegos. Wer neoklassizistische Architektur mag, der sollte dem maritimen Städtchen auf jeden Fall ein oder zwei Tage widmen. Cienfuegos ist eine sehr entspannte Stadt, die (genau wie Santa Clara) vom alltäglichen Leben der Bewohner geprägt ist. Wir haben einfach einen langen Bummelspaziergang durch die Innenstadt gemacht und die Atmosphäre auf uns wirken lassen. In der nahe gelegenen Laguna Guanaroca haben wir dann noch Flamingos bewundert. (Man könnte auch sagen der Bootsmann hat sie so lange eingekreist, bis es ihnen zu bunt wurde und sie weggeflogen sind. Arme Dinger…)

Der zentrale Platz in Cienfuegos auf Kuba

Ein gelbes Taxi vor einem türkisfarbenen Haus in Cienfuegos auf Kuba

Impresionen aus Cienfuegos auf Kuba

Flamingos in der Laguna Guanaroca auf Kuba

Mit den netten Leuten an der Laguna kamen wir dank der Spanischkenntnisse meiner Mitreisenden auch ein wenig ins Plaudern und hörten so, dass Touristenführer im Monat etwa 15 CUC verdienten – ohne Urlaubstage oder Wochenende, also für eine 7-Tage-Woche, versteht sich. Natürlich ist das mehr Geld, als wenn man hier in Deutschland 15 Euro im Monat verdienen würde. Aber in Luxus schwelgen kann man davon auch auf Kuba nicht. Klar, man kann das nicht 1:1 vergleichen, aber nachdenklich macht es schon. Ich denke, manchmal merken wir erst in fernen Ländern, wie gut es uns zu Hause geht. Und das ist etwas, was ich am Reisen sehr schätze.

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