Ich packe meinen Koffer für… Kuba

Bunte Häuser in Trinidad auf Kuba

Nach der Rückkehr ins Arbeitsleben juckte es mir in den Fingern, eine Fernreise zu buchen. Gesagt, getan. So führte mich mein Weg letztes Jahr ins schöne Kuba!

Über Kuba hatte ich vor meiner Reiseplanung eigentlich nicht viel nachgedacht und es eher ausgesucht, weil ich mich zu erinnern meinte, dass es klimatisch super ist und hübsch sein soll. Während der Reiseplanung traten dann doch einige Fragen auf. Kann man auf Kuba ein Auto mieten oder sollte man besser Bus fahren? Wie beschafft man sich auf Kuba Bargeld? Bekommt man dort alles, was man braucht? Wie schlecht steht es um mein Spanisch?? Keine Panik! Oder wie der Kubaner sagt: Tranquillo… denn Kuba auf eigene Faust ist gar nicht so schwer.

 

Kuba ist ungelogen eine Perle. Den Entschluss dorthin zu fliegen haben meine Mitreisende und ich kurz vor der Verkündung der neu aufgenommenen diplomatischen Beziehungen getroffen. Danach gratulierten uns die meisten Leute dazu, dass wir „jetzt noch“ dort hin fahren. Denn wer wüsste schon, wie es in ein paar Jahren dort aussehen würde. Dann hätte Kuba vermutlich seinen Charme verloren. Einzig ein Herr, der während eines Inlandsfluges von Köln nach Hamburg einmal neben mir saß und meinen Kubareiseführer bemerkte, war anderer Meinung. Für ihn stand fest: Alles außerhalb von Varadero (der Touri-Strand-All Inclusive-Hochburg Kubas) sei nicht zu ertragen, Kuba auf eigene Faust schon gar nicht. Ich nahm seine Bedenken zur Kenntnis und verschwieg einfach mal, dass ich auch in Bolivien und Kolumbien sehr gut zurecht gekommen war.

Aber nicht nur dieser Herr, sondern auch viele andere Menschen hatten berechtigte Bedenken was die Versorgung mit Bargeld anbelangte oder unseren Plan, ein Auto zu mieten. Die Straßen zu schlecht, keine Beschilderung, zu teuer und Navis funktionieren dort nicht… Keine Geldautomaten und die, die da sind, nehmen keine Kreditkarten. Alles ganz, ganz schlecht.

Kuba auf eigene Faust geht doch – oder die Meinung anderer

Wir sind trotzdem geflogen. Mit Mietwagenbuchung. Und mit optimistischen 500 Euro Bargeldreserve. Wie bei vielen Dingen im Leben kann ich auch hier sagen: Irgendwie klappt immer alles. Klar, es gab nicht an jeder Kreuzung ein Straßenschild. Aber es gab sehr hilfsbereite Kubaner, die uns in die richtige Richtung geschickt haben. Immer. Es gab auch nur vereinzelt Geldautomaten und es war tatsächlich so, dass diese die MasterCard verschmähten. Meine VISA Karte wurde jedoch fast überall anstandslos akzeptiert. Trotzdem gingen MasterCard Besitzer nicht leer aus. Am Bankschalter konnte man unter Vorlage des Ausweises mit etwas Geduld ebenso Geld mit Kreditkarte abheben.

Kuba

Auch wenn man Kuba auf eigene Faust bereist kann man außerhalb Varaderos also ganz gut zurecht kommen. Urlaub auf Kuba ist nicht schwer, wenn man damit klar kommt, dass Kuba nicht Europa ist. Es wird nicht immer alles geben, was man gerne möchte. Aber alles, was man braucht. Das meiste wird nicht europäischen Standards entsprechen. Vor allem nicht sanitäre Anlagen. Wem so etwas wichtig ist, der sollte sich eher in Varadero oder den teuren Hotels in anderen Städten aufhalten. Wer jedoch bereit ist, das Land kennenzulernen und mit den Kubanern ins Gespräch zu kommen, den erwarten sehr herzliche Menschen und ein sehr reizvolles Land mit vielen Facetten.

Wir waren etwa drei Wochen auf Kuba und haben uns ausgehend von Havanna bis Trinidad und wieder zurück bewegt. Die Unterkünfte – ein Mix aus Hotels und Casas Particulares (privaten Zimmern, ähnlich einem Bed & Breakfast) – haben wir im Vorfeld gebucht. Rückblickend hätte man sicher nicht jede Unterkunft vorbuchen müssen, aber so hatten wir immer eine konkrete Anlaufstelle und mussten nicht abends noch suchen. Die meisten Casas habe ich über diese Seite gebucht: https://www.bandbcuba.de/

Gut zu wissen

  • Die kubanische Währung ist CUC, der Peso convertible. 1 CUC entspricht etwa 1 USD. Es gibt zudem den CUP (Peso cubano), der von den Kubanern benutzt wird.
  • Eine Übernachtung in einem Casa Particular kostet ca. 25-35 CUC pro Nacht und Zimmer. Die meisten Casas bieten Frühstück für ca. 5 CUC und Abendessen (in der Regel zwischen 7 und 15 CUC) an.
  • Eine Übernachtung im Hotel kostet ca. 100 CUC pro Nacht und Zimmer.
  • Trinkgeld für Kellner und Tourenführer etc. ist ganz wichtig. Wir haben Kubaner in der Tourismusbranche getroffen, die bei einer 7-Tage-Woche 15 CUC pro Monat verdienen.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

  • Alle Kosmetika und Hygieneartikel für den persönlichen Bedarf – diese sind auf Kuba Mangelware und teilweise im Supermarkt nicht oder nur sehr teuer (Shampoo = 7 Euro) zu bekommen
  • Mückenspray – besser ist das, Kuba liegt in der Karibik und ist zwar lt. Auswärtigem Amt malariafrei, aber es gibt ja auch noch Denguefieber und darüber hinaus machen Mückenstiche einfach keinen Spaß
  • eine halbe Rolle Toilettenpapier – an Raststätten und auch an einigen anderen Orten Gold wert, da Hygieneartikel nicht immer für alle Kubaner verfügbar sind
  • Handdesinfektionsmittel & ein kleines Stück Seife – aus oben genannten Gründen kann es im Hotel oder im Restaurant auch an Handseife fehlen
  • ein Taschenwörterbuch mit den wichtigsten spanischen Vokabeln – nicht alle Kubaner sprechen Englisch bzw. außerhalb der Tourismusbranche sind Fremdsprachenkenntnisse nicht weit verbreitet
  • eine gute Straßenkarte, falls man den Mietwagen nimmt
  • ausgefüllte Touristenkarte (damit bekommt man dann ein Visa on arrival am Flughafen von Havanna)
  • einen Nachweis über eine Krankenversicherung, die im Ausland greift
  • einen auch in Deutschland empfehlenswerten gültigen Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Masern, Mumps, Pertussis und optional gegen Hepatitis A+B, Typhus und Tollwut
  • Reisepass
  • Bargeldreserve und/ oder eine Kreditkarte (EC/Girokarten werden nicht akzeptiert)
  • Appetit auf Pollo a la plancha con Arroz, Pollo fritado con Arroz, Pescado con Arroz und eine gesunde Leber für den Havanna Club Rum

 

Lasst euch also von Kuba auf eigene Faust (und von denen, die euch durch Horrorgeschichten verunsichern) nicht abschrecken! Es ist wirklich sehr, sehr schön dort. Was ich alles erlebt habe und welche Orte ich besonders schön fand, erzähle ich euch bald.

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1 Kommentare

  1. Also ich nehme immer die Stop the water while using me Seife, ich finds einfach soo süß, aber leider n bisschen teuer :/

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