Lüneburgs Sehenswürdigkeiten: Ein perfekter Ausflug in die alte Salzstadt

Lüneburg Altstadt

Die süße Innenstadt von Lüneburg lockt mit vielen Sehenswürdigkeiten und Postkarten-Fotomotiven. In der alten Salzstadt gibt es nicht nur drei sehenswerte Kirchen, hinter jeder Ecke lauert quasi eine entzückende Straße mit Kopfsteinpflaster und alten Kaufmannshäusern. Das macht Lüneburg zum perfekten Ziel für einen entspannten Ausflug.

E

s ist Mitte Oktober, als ich aus dem Zug steige und der Sonnenschein kitzelt förmlich auf meiner Nase. Heute wird ein guter Tag…

Über Lüneburg hatte ich mir eigentlich nie viele Gedanken gemacht, aber immer wieder erzählten mir Bekannte und Freunde, dass die kleine Stadt wirklich sehr schön sein soll. Und so überwand ich an einem freien Freitag meinen inneren Schweinehund, quälte mich aus dem Bett und nahm den Zug nach Lüneburg.

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Das Stadtzentrum von Lüneburg und die Altstadt konzentrieren sich auf einer überschaubaren Fläche – das macht es einfach, Lüneburgs Sehenswürdigkeiten bei einem Rundgang zu Fuß zu erkunden. Mein Tipp: In der Touristeninformation direkt neben dem Rathaus gibt es einen kleinen, kostenlosen Stadtplan zum Mitnehmen.

St. Johannis-Kirche: Erster Stopp auf einem Rundgang zu Lüneburgs Sehenswürdigkeiten

Gestartet habe ich meinen Besuch an der St. Johannis-Kirche. Sie gehört zu den Wahrzeichen der Stadt und ist außerdem eine der ältesten Taufkirchen Niedersachsens. An der fünfschiffigen Kirche sind vor allem ihre Orgel und der 108 Meter hohe Turm sehenswert. Letzterer neigt sich übrigens mehr als zwei Meter zur Seite – ist also schief. Der Architekt soll darüber übrigens so erbost gewesen sein, dass er versuchte sich durch einen Sprung vom Turm das Leben zu nehmen. Er landete jedoch in einem Heuwagen und überlebte.

Interessant zu wissen: In der St. Johannis-Kirche lernte Johann Sebastian Bach Orgelspielen und Komponieren.

St. Johannis Lüneburg

Die St. Johannis-Kirche zählt zu den Sehenswürdigkeiten in Lüneburgs Altstadt.

Öffnungszeiten: Mo./Di./Mi. 10 bis 17 Uhr; Do. + Sa. 10 bis 18 Uhr; Fr. 10 bis 20 Uhr; So. 11 bis 16 Uhr

Der Eintritt ist frei, es wird jedoch um eine kleine Spende gebeten.

Die Straße „Am Sande“ und die Industrie- und Handelskammer

Direkt hinter St. Johannis liegt die Straße „Am Sande“. Sie wirkt fast wie ein Marktplatz, weil sie so breit ist. Hier findest du eine ganze Reihe an sehr gut erhaltenen, alten Kaufmannshäusern mit ihren typischen Fassaden.

Am Sande Lüneburg Altstadt

Wenn du die Häuser näher betrachtest, wird dir vermutlich auffallen, dass einige von ihnen etwas krumm wirken. Manche der Dachgiebel scheinen sich nach hinten zu neigen. Bei anderen Häusern sieht es fast so aus, als hätten sie „dicke Bäuche“. Das liegt daran, dass sich durch den langjährigen Salzabbau der Boden verschoben hat. Die Häuser wurden dadurch in ihrer Statik beeinträchtigt und neigten sich zur Seite oder eben nach vorne.

Schiefe Häuser in Lüneburg

Am Ende der Straße fällt dein Blick vermutlich auf ein ziemlich markantes, graues Gebäude. Dies ist die Industrie- und Handelskammer (Am Sande 1). Das Haus wurde 1548 erbaut und diente ursprünglich unter anderem als Brauhaus und später als Staatsbank.

Lüneburg Altstadt IHK

Für Bierfreunde: Lüneburgs Brauereimuseum

Läufst du links an der IHK vorbei und folgst der Heiligengeiststraße (die übrigens auch einige sehr hübsche alte Kaufmannshäuser beherbergt), so kommst du recht schnell am Brauereimuseum (Heiligengeiststraße 38) an. Wer sich für Bier interessiert, kann hier in der alten Kronenbrauerei original Sudkessel, Gärpfannen und Malzmühlen besichtigen. Außerdem wird der Prozess des Bierbrauens erklärt.

Brauereimuseum

Öffnungszeiten: Di.-So. 10 bis 18 Uhr

Der Eintritt kostet 5 Euro (ermäßigt 3 Euro), Kinder bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Einblicke in die Geschichte der Stadt: Das Salzmuseum

Der nächste Stopp auf dem Rundgang zu Lüneburgs Sehenswürdigkeiten ist das Salzmuseum (Sülfmeisterstraße 1). Über 1.000 Jahre sorgte das „weiße Gold“ dafür, dass Lüneburg eine reiche Stadt war. Das lässt sich auch heute noch in der recht hohen Anzahl an prunkvollen Kaufmannshäusern ablesen. Lüneburgs Saline wurde erst 1980 geschlossen – das Salz hat die Stadt also sehr lange geprägt. Wissenswertes und auch Kurioses rund um das Thema Salz erfahren Besucher im Salzmuseum. Darüber hinaus wird im Museum erläutert, wie das kleine Lüneburg durch Salz zu einem wichtigen Mitglied der Hanse wurde.

(c) Deutsches Salzmuseum Lüneburg

(c) Deutsches Salzmuseum Lüneburg

Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 17 Uhr

Der Eintritt kostet für Erwachsene 7 Euro, für Schüler 4 Euro.

Lüneburg Sehenswürdigkeit: Die St. Michaelis-Kirche

Vom Salzmuseum geht es über die Salzbrückestraße zur St. Michaelis-Kirche (Auf dem Michaeliskloster 2b), die mir von Lüneburgs Kirchen innen am besten gefallen hat. Ich finde die Kombination der grünen Sitzbänke mit der leicht rosa-lachsfarbenen Wandfarben steht der Kirche sehr gut! Leider ist auch die St. Michaelis-Kirche von den Senkungsschäden betroffen, was man an den deutlich schiefen Säulen sieht.

St. Michaelis Kirche Lüneburg

Lüneburg St. Michaelis Kirche innen

Öffnungszeiten:

  • Januar und Februar: So. 14 bis 16 Uhr
  • März: Mo.-Sa. 10 bis 16 Uhr, So. 14 bis 16 Uhr
  • April, Mai, Juni: Mo.-Sa. 10 bis 17 Uhr, So. 14 bis 18 Uhr
  • Juli bis Mitte August: Di.-Sa. 10 bis 17 Uhr, So. 14 bis 18 Uhr
  • Mitte August bis September: Mo.-Sa. 10 bis 17 Uhr, So. 14 bis 18 Uhr
  • Oktober, November, Dezember: Mo.-Sa. 10 bis 16 Uhr, So. 14 bis 16 Uhr

Es wird kein Eintritt verlangt, aber um eine  Spende gebeten.

Perfekte Lüneburger Altstadt Idylle – Die Straße „Auf dem Meere“

Direkt hinter der St. Michaelis-Kirche beginnt vom Johann-Sebastian-Bach-Platz die Straße „Auf dem Meere“. Sie zählt zu den wohl schönsten Straßen in Lüneburgs Altstadt. Hier reiht sich ein fotogenes Haus an das nächste. Ich war ganz begeistert von der absolut süßen Straße mit ihrem Kopfsteinpflaster und den gefühlt 1.000 Fotomotiven. Außerdem bringt dich die niedliche Gasse auf direktem Wege zur nächsten Lüneburger Sehenswürdigkeit.

Auf dem Meere Lüneburg Altstadt

Lüneburgs Rathaus und der Marktplatz

Das mittelalterliche Rathaus (Am Markt) dominiert den Platz „Am Markt“. Die markante barocke Fassade wurde 1720 ergänzt. Ebenso prunkvoll wurden die Räume ausgestattet. Auch heute dient das Gebäude als Sitz der Stadtverwaltung. Lüneburgs Rathaus kann daher nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Führungen finden wie folgt statt:

  • Januar bis März: Di.-So. 11 und 14 Uhr
  • April bis Dezember: Di.-Sa. 10,12 und 15 Uhr; So. 11 und 14 Uhr

Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 4 Euro. Die Tickets kauft man direkt beim Eingang L (in der Straße Am Ochsenmarkt) ca. 15 Minuten vor Beginn. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann hier vorab Tickets reservieren.

Rathaus

Rund um den Platz „Am Markt“ finden sich außerdem weitere interessante Gebäude.

St. Nicolai-Kirche – Die Seefahrerkirche

Vom Platz „Am Markt“ bin ich (mit dem Rathaus im Rücken) der Straße linkerhand gefolgt und habe dann die St. Nicolai-Kirche (Lüner Straße 14-15) erreicht. Dank ihrer Nähe zum alten Hafen diente die dreischiffige Kirche vor allem den Seeleuten als religiöse Anlaufstelle. Am Kirchturm findet sich entsprechend ein Kunstwerk mit Bezug zur Seefahrt. St. Nicolai ist außerdem kleinste der drei gotischen Kirchen in Lüneburg.

St. Nicolai Kirche Lüneburg

Öffnungszeiten:

  • Januar bis März: 10 bis 16 Uhr
  • April bis Dezember: 10 bis 18 Uhr

Es wird kein Eintritt verlangt, aber um eine kleine Spende gebeten.

Lüneburgs Sehenswürdigkeiten Am Stintmarkt und der Alte Kran

Ein beliebtes Fotomotiv in Lüneburg und ein weiteres Wahrzeichen ist der alte, hölzerne Kran an der Ilmenau. Er stammt vermutlich bereits aus dem Mittelalter, denn er wird erstmals 1346 in offiziellen Dokumenten erwähnt.

In der gegenüberliegenden Straße „Am Stintmarkt“ finden sich viele Restaurants für einen kurzen Zwischenstopp. Viele der Restaurants bieten bei gutem Wetter bzw. im Sommer auch Sitzplätze draußen an, sodass man sich mit Ausblick auf den Alten Kran stärken kann.

Ich habe mir im Restaurant Schallander eine deftige Currywurst mit Pommes gegönnt – sehr, sehr lecker!

Viele Tipps rund um gesund Essen gehen in Lüneburg findest du bei Lynn von Heavenlynn Healthy.

Lueneburg Sehenswuerdigkeiten Alter Kran

Am Stintmarkt

Ganz schön alt: Das Brömsehaus

Vom Alten Kran kannst du – wenn die Kräfte schwinden oder bei Zeitmangel – auch wieder zum Hauptbahnhof abbiegen. Doch zwei Stopps möchte ich dir noch ans Herz legen. Unser Rundgang ist also noch nicht ganz zu Ende!

Es geht noch einmal Richtung St. Johannis-Kirche, denn in der Straße „Am Berge“, genauer gesagt bei Hausnummer 35, findest du das älteste Haus Lüneburgs. Das Brömsehaus wurde zwischen 1406 und 1426 erbaut. Es ist also über 600 Jahre alt!

Brömsehaus

Schöner Ausblick auf Lüneburgs Altstadt: Der Wasserturm

Eigentlich war ich schon bereit, wieder zum Hauptbahnhof zu gehen und in den Zug zu steigen. Aber dann dachte ich auf meinem Rückweg: ach, was soll’s… und bin doch noch auf den Wasserturm gegangen. Oh und ich hätte mich später sicher geärgert, wenn ich das verpasst hätte! Von der Aussichtsplattform hast du einen phänomenalen Ausblick über Lüneburgs Altstadt. Das war definitiv eines meiner Highlights bei meinem Besuch.

Hinauf geht es mit einem Fahrstuhl. Hinunter (wenn man mag) über eine Treppe. Auf den einzelnen Stockwerken des Wasserturms werden im Inneren wissenswerte Fakten rund um das Thema Wasserverbrauch genannt und Anekdoten rund um den Wasserturm erzählt.

Ich habe mir auf der Aussichtsplattform einfach ein wenig die roten Häuserdächer und die drei Kirchen in der Abendsonne angesehen und Lüneburg langsam Tschüss gesagt. Denn nach dem Wasserturm ging es dann wirklich zum Bahnhof und zurück nach Hamburg.

Lüneburg Wasserturm Aussicht

Aussicht Wasserturm Lüneburg

Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr

Der Eintritt kostet für Erwachsene 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.

Weitere Sehenswürdigkeiten und lohnenswerte Straßen

Mit Lüneburger Altstadt Flair, vielen Restaurants und Cafés locken außerdem die Straßen An der Münze, Schröderstraße, Kuhstraße und Enge Straße. Sie gehen jeweils ineinander über und bilden eine Verbindung zwischen Rathaus und Brauereimuseum. Ebenfalls Teil der interessanten Fußgängerzone sind die Kleine Bäckerstraße und die Große Bäckerstraße. Sie verbinden die IHK und die Nicolai-Kirche.

Ein paar Minuten außerhalb der eigentlichen Altstadt liegt das Kloster Lüne. Ich selbst habe das Kloster Lüne nicht besucht, aber gelesen dass es sehr schön sein soll.

Ein bisschen südlich der Altstadt findest du die Salü Salztherme Lüneburg. Hier gibt es sowohl Schwimmbecken als auch eine Saunalandschaft. Darüber hinaus können Massagen gebucht werden. Wer nach dem Rundgang zu Lüneburgs Sehenswürdigkeiten also noch ein bisschen entspannen möchte, wird hier auf jeden Fall fündig.

Lüneburg als Ausflugsziel – Meine Erfahrung

Ich bin echt ziemlich „ins Blaue hinein“ nach Lüneburg gefahren – und muss sagen die Stadt hat mir wirklich sehr gut gefallen! Als schönen Tagesausflug oder auch als Wochenendtrip kann ich Lüneburg nur empfehlen. Die Atmosphäre ist einfach sehr entspannt und es macht total Spaß durch die schöne Altstadt zu schlendern. Ich komme bestimmt noch einmal zurück!

Warst du schon einmal in Lüneburg? Was darf ich bei meinem nächsten Besuch nicht verpassen?

Du suchst noch mehr Infos und Impressionen zu Lüneburg? Dann schau doch mal bei Laura von „Herz an Hirn“ vorbei!

Ganz in der Nähe und ebenfalls entzückend ist außerdem Lübeck. Zu der Hansestadt findest du unter anderem bei Tanja von Vielweib und bei Claudia von Weltreize Tipps und Inspiration.

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4 Kommentare

  1. Ich fahre regelmäßig an Lüneburg vorbei,

    wird also Zeit dort auch mal einen Zwischenstopp einzuplanen!

    Tolle Eindrücke und schöne Fotos.

    Liebe Grüße
    Isabel

    • Liebe Isabel,

      oh ja – einen Zwischenstopp kann ich nur wärmstens empfehlen! Lüneburg hat mich echt begeistert.

      Viele Grüße
      Imke

  2. Moin,

    nach Lüneburg möchte ich auch unbedingt mal wieder. Viele Deiner Spots habe ich noch gar nicht wahrgenommen – daher freue ich mich schon auf den nächsten Besuch.

    Beste Grüße

    Tobias

    • Hallo Tobias,

      ich bin sicher, dass ich auch noch nicht alle Spots in Lüneburg kenne. Daher werde ich sicher auch nochmal dort vorbei schauen. Wenn du nette Ecken entdeckt und Tipps hast, sag gern Bescheid!

      Viele Grüße
      Imke

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