Machu Picchu: Perus magische Inka Ruine und der Inca Jungle Trek

Machu Picchu in Peru gehört zu den Orten, die man so schnell nicht vergisst. Orte, die eine gewisse Magie verströmen. Orte, die man sich erst erkämpfen muss. Zum Beispiel mit einer 4-Tages-Trekking Tour…

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eine Lunge brennt und ich kann fühlen, dass mein T-Shirt am Rücken klebt ist. Scheiße, denke ich, schon vor Ankunft voll verschwitzt… Aber was will man machen? Seit einer halben Stunde setze ich langsam aber kontinuierlich einen Fuß vor den anderen auf der alten Inka Treppe, die von Aguas Calientes hinauf führt zum Eingang von Machu Picchu. 1.700 Stufen liegen zwischen mir und dem angeblich so atemberaubenden Monument. Doch aktuell bin ich erstmal wegen der vielen Stufen meines Atems beraubt. Es nützt nichts. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich mich sputen muss. Unser Trekking Guide erwartet uns pünktlich um sechs Uhr morgens am Eingang. Also beiße ich die Zähne zusammen und gehe weiter.

Und dann sind wir da. In Machu Picchu. Erschöpft lasse ich mich auf eine der kleinen Steinmauern sinken und bin gerade nur froh, dass ich nicht mehr Treppen steigen muss, sondern dass uns der Tour Guide eine kleine Einführung gibt.

Machu Picchu Peru Erfahrungsbericht

Die ersten Sonnenstrahlen erreichen die berühmte Inkaruine.

Heilige Inkastadt und Touristenmagnet

Machu Picchu bedeutet so viel wie „alter Gipfel“, sagt er. Die Inka erbauten die Stadt im 15. Jahrhundert – zu welchem Zweck ist nicht ganz genau geklärt. Die gängigste Theorie ist, dass Machu Picchu den Inka als heilige Stadt zur Religionsausübung diente. Dafür spricht unter anderem auch das hoch gelegene Sonnentor. Was man noch sehr gut sehen kann, ist dass die Anlage in weiten Teilen mit Terrassenebenen angelegt wurde. Auf diesen Terrassenebenen wurde sehr wahrscheinlich auch Ackerbau betrieben, um die Bewohner der Stadt zu versorgen.

Sonnenaufgang Machu Picchu

Heute ist Machu Picchu in Peru einer der größten Touristenmagneten in Südamerika. Mehrere tausend Besucher pilgern täglich in die heilige Stadt – und ähnlich wie bei anderen Sehenswürdigkeiten stellt sich auch hier mittlerweile die Frage, wie lange die alten Inkaruinen diesen Ansturm noch aushalten.

Magie liegt in der Machu Picchu Luft

Während der Guide uns in die Geheimnisse dieses Ortes einweiht, kriecht langsam die Sonne über die Wipfel der umliegenden Berge und wärmt mein Gesicht. Die ersten Sonnenstrahlen erreichen auch Huayna Picchu und die Ruinen. Ich kann nicht länger an mich halten und muss meine Kamera zücken. Zu verlockend ist die Szenerie.

Sonnenaufgang über Machu Picchu Peru

Backpacking in Suedamerika Machu Picchu

Zu den schönsten Orten in Südamerika zählt auf jeden Fall Machu Picchu in Peru!

Es ist fast sieben Uhr morgens und ein gewisser Zauber liegt in der Luft. Nur wenige Touristen sind bereits eingetroffen. Für eine Attraktion wie Machu Picchu könnte man fast noch „menschenleer“ sagen. Die Massen der Tagestouristen – so werden wir später feststellen – kommen gegen halb zehn.

Dann lässt der Guide uns auf eigene Faust durch Machu Picchu stromern.

Die beste Zeit… endet um 10 Uhr

Immer wieder werden wir bei unserem Rundgang mit spektakulären Aussichten und Fotomotiven belohnt. Besonders im oberen Bereich der Anlage ist der Ausblick auf die Ruinen und Huayna Picchu wunderschön. Vor diesem Postkartenmotiv dreh ich fototechnisch voll auf – inklusive Spaßfotos. So viel Zeit muss sein…

Machu Picchu Reise

Machu Picchu Peru mit Lama

Als ab neun Uhr immer mehr große Tourgruppen eintreffen, ist es jedoch ein wenig vorbei mit der Magie. Wie die meisten großen Sehenswürdigkeiten der Welt wird auch die Inkaruine in Peru ab dem Vormittag von Touristen förmlich überrannt und es stellt sich leichtes Disneyland Feeling ein. Verübeln kann ich es natürlich niemandem, dass er diesen besonderen Ort sehen möchte. Trotzdem trübt es meine Freude ein wenig.

Wir verlassen daher die beliebten Aussichtspunkte und tauchen erneut in das Labyrinth der kleinen Gänge und Gassen ab. Hier sind wir noch einige Momente ganz für uns, bevor wir schließlich voll mit magischen Eindrücken (und diesmal mit dem Bus statt über die 1.700 Stufen) den Rückweg nach Aguas Calientes antreten.

Wie kommt man nach Machu Picchu in Peru?

Gemäß dem Motto „Viele Wege führen nach Rom“ gibt es verschiedene Möglichkeiten, nach Machu Picchu in Peru zu kommen. Am einfachsten lässt sich der Besuch der Inkaruine von Cusco aus organisieren. Hier reihen sich diverse Anbieter aneinander, die alle Transfers (von Cusco nach Aguas Calientes) und die Eintrittskarte für Machu Picchu und verschiedene Touren im Angebot haben. Du kannst natürlich auch auf eigene Faust losziehen, wie z. B. Claudia und Dominik von Weltreize.

Die meisten Backpacker, die ich getroffen habe, haben sich für eine mehrtägige Trekkingtour entschieden. Neben dem klassischen Inca Trail waren vor allem der Salkantay Trek und der Inca Jungle Trek beliebt. Letztere sind auch deshalb interessant, da der original Inca Trail auf täglich 500 Besucher (einschließlich Guides und Porter) beschränkt und daher schnell ausgebucht ist. Der Salkantay Trek soll sehr reizvoll sein – aber auch sehr anstrengend. Eine Alternative zu Salkantay und Inca Trail ist außerdem der Lares Trek, den z. B. Nina von Good Morning World gewählt hat. Ich als durchschnittlich fitter und ambitionierter Mensch habe mich für den Inca Jungle Trek entschieden.

Eine sehr gute Übersicht über die einzelnen Trekking Optionen bietet auch die Seite Machu Picchu Trek.

Der Inca Jungle Trek: Adrenalin und Wandern

Der Inca Jungle Trek umfasst 4 Tage und 3 Nächte und ist vor allem deshalb für Faulpelze wie mich interessant, weil am ersten Tag gar nicht gewandert, sondern eine 60km Strecke „mostly downhill“ mit dem Mountainbike absolviert wird.

Machu Picchu Inca Jungle Trek Mountainbike

Am zweiten Tag sind wir dann tatsächlich gewandert, und zwar von Santa Maria nach Santa Theresa. Der 15km lange Weg führt durch sehr grüne Landschaft, die ein wenig nach Dschungel anmutet. Nach ca. 6-7 Stunden Trekking machen die meisten Touren Halt in Cocalmayo, um in die lokalen heißen Quellen zu hüpfen.

Trekking Machu Picchu Peru

Trekking Machu Picchu Inca Jungle Trek Erfahrungen

Fun fact am Rande: in den Hot Springs traf ich auch die zwei israelischen Schwestern wieder, die mir im Hostel in Cusco erzählt hatten, sie wollten auf jeden Fall einen ernsthaften Trek nach Machu Picchu machen und hätten sich deshalb für die Salkantay Route entschieden. Sie erzählten im warmen Wasser der Hot Springs, dass die Gruppe sich den Trek kollektiv nicht SO schwer vorgestellt hatte und daher ihr Tour Guide vorschlug, für den Folgetag dasselbe Programm wie beim Inca Jungle Trek zu machen.

Überblick Inca Jungle Trek nach Machu Picchu
Tag 1: Mountainbiking und ein bisschen wandern
Tag 2: ca. 7 Stunden wandern + ein Besuch der heißen Quellen
Tag 3: Ziplining + ca. 4 Stunden wandern
Tag 4: Besuch von Machu Picchu
Kosten: ca.  350-400 US Dollar pro Person (inkl. Eintrittsgelder und Transport)

Deshalb gingen wir dann alle am dritten Tag (bzw. für die Salkantay Gruppe am vierten Tag) zum nächsten Adrenalinkick: Ziplining! Es hat mich teilweise ganz schön Überwindung gekostet, die Seile hinab zu sausen. Aber die größte Herausforderung war für mich als alter Angsthase tatsächlich die Hängebrücke am Ende. Zum Glück sieht man das auf den Fotos nicht 😉 Nach dem Ziplining warten noch ca. 4 Stunden Trekking auf dich, bis du Aguas Calientes erreichst.

Ziplining Peru Machu Picchu Inca Jungle Trek

Ziplining Machu Picchu Peru

Trekking Machu Picchu

Die letzten Kilometer führen entlang der Bahnlinie nach Aguas Calientes.

Der Inca Jungle Trek wird von fast allen Tourverkäufern in Cusco angeboten und liegt preislich bei ca. 350-400 US Dollar pro Person. Bei wesentlich günstigeren Preisen solltest du nachfragen, welche Leistungen (Zugfahrt, Transport, Ziplining…) genau im Preis inbegriffen sind.

Noch mehr Eindrücke von Machu Picchu findest du auch bei Aylin und Stefan von Today We Travel. Ganz viele nützliche Infos rund um den Besuch von Machu Picchu hat Daniel auf Southtraveler zusammengefasst.

Warst du auch so beeindruckt von Machu Picchu oder steht dieses Highlight eventuell noch auf deiner Bucketlist? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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6 Kommentare

  1. Hi Imke,
    dein Artikel erweckt die Erinnerungen an die Zeit in Cusco und Machu Picchu. Toller Artikel mit wunderschönen Fotos, auch wenn ich natürlich gern einen Blick auf deine Spaßfotos geworfen hätte. Der Inca Jungle Trek hört sich echt gut an. Wenn ich nochmal hinfahren würde, würde ich den sofort machen. Mit Radfahren und Ziplining zwischendurch – perfekte Mischung. Nur die 1700 Stufen hoch zu Machu Picchu würde ich mir nach wie vor schenken. Naja, dafür haben wir uns damals den Montaña angetan, das war auch echt hart, zumal es irre heiß war an dem Tag. Wir waren vorab wirklich skeptisch, ob Machu Picchu den ganzen Hype wert ist. Ist es aber definitiv, wobei das auf Fotos schwer einzufangen ist. Uns hat vor allem die erhabene Lage zwischen den vielen gigantischen Bergen unheimlich beeindruckt. Man kann also von dem ganzen Tourirummel und den recht hohen Preisen halten, was man will, aber nicht zu Machu Picchu zu fahren, ist keine Option.
    Viele Grüße aus London
    Claudia

    • Hi Claudia,
      ja, die 1.700 Stufen waren hart 😀 Ich glaub der erste Eindruck von Machu Picchu hat mich aber auch genau deshalb beeindruckt, weil man nach so einem Aufstieg ja immer etwas fertig mit der Welt und daher empfänglicher für emotionale Momente ist. Machu Picchu auszulassen halte ich auch für keine Option. Da verpasst man echt was!
      Liebe Grüße und noch schöne Tage in London!
      Imke

  2. Hallo Imke, bei deinen tollen Fotos und gerate ich direkt ins Schwärmen 🙂 War vor 10 Jahren dort, noch mit analoger Kamera. Die Strasse, die man mit dem Fahrrad runter fährt, war noch nicht geteert… Super Bericht!
    Liebe Grüsse, Simone

    • Hi Simone,
      oha… noch nicht geteert? Das hört sich ja noch abenteuerlicher an 😀 Vor 10 Jahren war das sicher noch mal ein ganz anderes Gefühl dort. Danke für deinen netten Kommentar!
      Liebe Grüße
      Imke

  3. Hi, ich war vor ein paar Tagen in Machu Picchu! So beeindruckend, nicht zuletzt durch die einmalige Lage! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die wenigsten Leute ein bis zwei Stunden vor Schließung dort sind. Es war auf einmal so ruhig und noch einmal etwas magischer als ohnehin schon. Ich habe leider nicht den Inca Jungle Trek gemacht, aber er hört sich wahnsinnig abenteuerlich an! 🙂

    • Hallo liebe Kuno,
      ja, ich glaub Machu Picchu ist morgens und kurz vor dem Abend am schönsten – dann sind wie du sagst nicht so viele Leute da. Ich verfolge deine Südamerika Abenteuer ja ein wenig und denke dann immer wehmütig an meine Zeit dort zurück 😉
      Liebe Grüße, Imke

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