4 Strategien für die Auswahl des richtigen Reiseziels

Cape Reinga

Es ist Urlaubszeit und du hast keinen Plan, wohin du fahren sollst? Deine freie Woche hast du aus Mangel an Ideen zu Hause verbracht, obwohl du gerne weggefahren wärst? Dann wird es höchste Zeit, dir meine vier Strategien für die Auswahl des perfekten Reiseziels anzuschauen!

Seien wir ehrlich, wir alle fahren gerne an tolle Orte und wollen es uns dort gut gehen lassen oder etwas erleben. Aber bevor wir einen schönen Urlaub genießen können, müssen wir ein Reiseziel suchen. Und zwar möglichst für eines, dass den Rahmenbedingungen entgegen kommt.

Welche Rahmenbedingungen? Nun, es gibt mehrere Faktoren, die in der Regel am Anfang der Reiseplanung stehen und die maßgeblich beeinflussen, wohin du fahren solltest.

  1. Du hast ein Traumziel, das du schon lange besuchen wolltest
  2. Du hast einen Zeitraum (z.B. den Monat September), in dem du verreisen kannst bzw. musst
  3. Du hast eine fixe Reisedauer, z.B. weil du nur noch 3 Tage Resturlaub hast
  4. Du hast eine Wunschaktivität, die im Fokus deiner Reise stehen soll (z.B. einen Tauchschein machen, Strandurlaub, Ski fahren…)

Meistens treten diese Punkte in Kombination auf, aber ein Punkt steht vermutlich im Fokus. Im Folgenden verrate ich dir meine vier Strategien der Reiseziel Suche.

Heißluftballon am Horizont von Luang Prabang in Laos

Mach das Beste aus deinen Urlaubstagen!

1. Da muss ich hin!

Meine Strategie? Ich wähle pro Jahr ein Traumziel. Das Ziel bestimmt dann die Reisedauer und den Reisezeitpunkt. Ich finde diese Strategie am einfachsten, da sich mit dem Ziel die anderen Punkte quasi von alleine festlegen und man nicht mehr so viel überlegen muss. Das Ziel als erstes festzulegen ist Reiseplanung für Faule – also Leute wie mich.

Beispiel: Ich will nach Jordanien! Um die Highlights in Jordanien gemütlich anzuschauen, braucht man ca. zwei Wochen. Eine gute Reisezeit ist April. Ich muss also zwei Wochen Urlaub im April einreichen und kann die restlichen Urlaubstage auf das Jahr verteilen.

Collage einer Jordanien Reise

2. Hilfe, ich muss im November Urlaub nehmen!

Damit kommen wir auch schon zum zweiten Szenario. Manchmal kommt es vor, dass du an einen bestimmten Zeitraum gebunden bist. Zum Beispiel wenn du beruflich durch Projektphasen oder die Urlaubsabstimmung mit Kollegen eingeschränkt bist. Trotzdem willst du natürlich das Beste aus deinen Urlaubstagen rausholen. Daher solltest du dich in diesem Fall bei der Reiseziel Suche als nächstes fragen, was du in deinem Urlaub gerne machen möchtest (Faktor 4 – Wunschaktivitäten) und ob diese Aktivität zu der Jahreszeit irgendwo machbar ist.

Beispiel: Du musst aus irgendwelchen Gründen im November Urlaub nehmen und willst als Hauptaktivität wandern gehen. Dann musst du ein Reiseziel suchen (Faktor 1), welches im November noch wettertechnisch dazu geeignet ist – also eher nichts in Deutschland und Umgebung. Da du hierfür vermutlich weiter weg fahren musst und ich dir rein aus Kosten/Nutzen-Überlegungen nicht empfehlen würde, für eine Woche eine Fernreise anzutreten, ergibt sich in diesem Szenario eine Reisedauer von zwei oder mehr Wochen (Faktor 3).

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3. Was soll ich bloß mit dem Resturlaub anfangen?

Der dritte Hauptfaktor ist die Reisedauer. Dieser Faktor tritt meistens dann in den Vordergrund, wenn du noch Resturlaub hast oder aufgrund von Feiertagen ein verlängertes Wochenende ansteht.

Nehmen wir an, du hast noch sehr viel Resturlaub, den du bis Ende März einreichen musst. Für viele ein Albtraum, weil Urlaub im Februar oder März will doch niemand, oder? Ich verrate dir jetzt ein Geheimnis: Resturlaub ist eine fantastische Basis, um deinem Arbeitgeber die drei Wochen Urlaub am Stück aus den Rippen zu leiern. Voraussetzung ist natürlich, dass du ein Traumziel (Faktor 1) hast, das im Frühjahr eine gute Reisezeit hat. Wenn du das hast, herzlichen Glückwunsch! Fakt ist: Du musst die fünf oder wie viele Tage auch immer bis Ende März nehmen. Warum dann nicht noch ein paar neue Urlaubstage dran hängen und entspannt eine Fernreise machen? Dein Arbeitgeber wird sich vermutlich sogar freuen, wenn du in dieser recht unattraktiven Zeit wegfahren willst und dafür ggf. die beliebten Tage vor und nach Weihnachten im Büro bist. Damit du bei diesem Szenario gut planen kannst und auch alles glatt geht, empfehle ich dir, ca. im November mit deinem Arbeitgeber oder Vorgesetzten zu klären, ob er einverstanden ist, dass du im Februar oder  März/April längere Zeit (also drei oder vier Wochen) weg bist. Diese Strategie habe ich übrigens für meine drei Wochen auf Kuba angewandt.

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Du hast noch ein wenig Resturlaub? Dann kombiniere die Tage am besten mit einem Wochenende und mache einen Kurztrip. Als nächstes solltest du dann das Reiseziel suchen (Faktor 1). Schau also, welche Orte du in angemessen kurzer Anreisezeit erreichen kannst. Meine Faustregel ist: wenn ich eine Woche oder weniger Zeit habe, will ich nicht länger als 4-6 Stunden anreisen. In meinem Fall muss ich also gucken, welche Ziele von Hamburg aus in der Kürze erreichbar sind.

Welche Aktivitäten (Faktor 4) kannst du als Kurztrip machen? Das ist auch abhängig von der Jahreszeit. Hier ein paar Vorschläge:

Mai/ Juni sowie September/Oktober: Städteurlaub mit Option auf Aktivitäten wie Baden (eher im Juni und September) oder Wandern etc.

Praca do Comercio in Lissabon

Wie wäre es zum Beispiel mit Lissabon?

Juli/ August: Hier fahre ich eher selten in den Kurzurlaub. Wenn doch, sind es Trips an Küstenregionen. Wie wäre es z.B. mit einer Mini-Kreuzfahrt von Kiel nach Schweden/ Norwegen, einem Besuch an der Ostsee oder einem verlängerten Wochenende am Bodensee? ACHTUNG: Juli und August sind die Hauptreisezeiten. Es wird teuer und überfüllt sein, egal wo du hin fährst. Wenn du die Möglichkeit hast, würde ich dir raten auf die oben genannten Zeiträume auszuweichen.

November bis April: Geh mal wieder deine Familie oder Freunde besuchen. Dafür ist es natürlich komfortabel, einen Freitag frei zu nehmen. Oder du fährst in den Mini-Skiurlaub.

4. Ich wollte schon immer mal…

Mit dem vierten Hauptfaktor, Wunschaktivität, verhält es sich ähnlich wie mit dem Traumziel. Die Wunschaktivität bestimmt in der Regel die Reisedauer und das Ziel – und damit auch die Reisezeit.

GrandCanyon

Du wolltest schon immer mal durch den Grand Canyon wandern?

Beispiel: Ich will surfen lernen.

Super! Das kannst du zum Beispiel auf Bali (weit weg, daher drei Wochen Reisezeit, vermutlich im April oder Mai), in Portugal (nicht so weit weg, daher in ein bis zwei Wochen machbar) oder auch an der Ostsee (kalt, aber in einer Woche machbar).

Beispiel: Ich will den Jakobsweg entlang laufen.

Respekt! Damit ist dein Reiseziel klar. Wenn du den ganzen Weg laufen willst, ist die Dauer auch recht leicht rauszufinden. Andersherum kannst du natürlich auch festlegen, dass du zwei Wochen Zeit hast und dann einen Abschnitt entlang des Jakobswegs auswählen.

Beispiel: Ich will am Strand liegen.

Nice! Das kannst du natürlich an vielen Orten und in flexibler Länge. Daher musst du Wohl oder Übel in nächster Instanz entscheiden, ob Reisedauer (Faktor 3) oder der Ort (Faktor 1) für dich wichtiger ist. Das eine ergibt dann zwangsläufig das andere. Denn wenn du Strandurlaub machen möchtest und eine Woche Zeit hast, solltest du das Reiseziel entsprechend nah wählen. Daraus leitet sich dann dein Reisezeitraum ab – vermutlich zwischen Juni bis September, wenn es in Europa warm ist.

Cayo Jutias

Wann wohin fahren, wenn alles nicht passt?

Und wenn alles nicht zusammenpasst oder dir absolut nichts einfällt? Tja, das ist natürlich blöd. Dann hast du zwei Optionen: Du fährst trotzdem weg, obwohl es nicht so optimal ist oder du nicht zu 100% überzeugt bist. Da ich persönlich eher vom Traumziel ausgehe, habe ich nicht so sehr ein Problem damit, einfach ein paar freie Tage zu Hause zu genießen oder den Urlaub und das Geld aufzusparen, bis mir die zündende Idee kommt (Option 2). Trotzdem solltest du darauf achten, dir über das Jahr verteilt immer mal wieder kleine Auszeiten zu verschaffen. Neun Monate am Stück arbeiten ohne Verschnaufpause ist schon harter Tobak. Und denk dran: Resturlaub verfällt Ende März – das wäre nun wirklich Verschwendung!

Das waren meine vier Strategien für die Auswahl des perfekten Reiseziels. Hab ich was vergessen oder hast du andere Strategien? Verrate es mir in den Kommentaren!

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2 Kommentare

  1. Hallo Imke!

    Danke für die nützlichen Tipps. Ich überlege auch meistens wo ich gerne hinfahren möchte und daraus ergibt sich dann das wann und wie lange. Mit deinen weiteren Strategien werde ich es demnächst auch mal versuchen, vielleicht komme ich so ja an Orte, die ich vorher gar nicht auf meiner Liste hatte 😉

    Gute Reise,

    Heike

    • Hallo Heike,
      viel Spaß dabei! Freu mich, wenn ich dich bei der Reiseplanung inspirieren kann. Viele Grüße, Imke

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